Olympische Spiele in Hamburg? So nicht!

Olympische Spiele in Hamburg? So nicht!Am 21. März 2015 wird der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheiden, ob Hamburg oder Berlin für die Olympischen Spiele im Jahr 2024 oder 2028 ins Rennen gehen soll. Angesichts der weitgehend fehlenden Informationen zu den Kosten, den sozialen und ökologischen Auswirkungen und aus der Sorge, dass die negativen Folgen in der Summe überwiegen werden, sagen wir dem DOSB zum jetzigen Zeitpunkt: Nein, Hamburg ist uns zu schade für Olympische Spiele.

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Update am 18.10.15

Noch 6 Wochen bis zum Referendum. Vor zehn Tagen hat der Senat eine Kostenschätzung für die Olympischen Spiele vorgelegt und schon jetzt fällt das Kartenhaus aus über 600 Einzelposten in sich zusammen. Die – so Bürgermeister Olaf Scholz – „am besten durchgerechnete Bewerbung Ever“ ist wohl mehr ein Wunsch- denn ein Finanzreport. Helfen Sie mir, damit dieser Olympiawahnsinn gestoppt wird. Stimmen Sie beim Referendum in Hamburg mit NEIN! Überzeugen Sie Ihren Freundes- und Bekanntenkreis gegen Olympia zu stimmen.

Das Finanzierungsgerüst des Hamburger Spiele bricht immer weiter in sich zusammen: Schon jetzt ist klar, dass die Bundesregierung nicht bereit ist, die 6,2 Milliarden Euro für Hamburgs Olympiapläne zu spendieren. „Man habe die Zahlen ,zur Kenntnis’ genommen“, heißt es knapp aus dem Bundesinnenministerium. Hamburg habe „anlässlich der Spiele ein umfassendes Stadtentwicklungskonzept bis 2040 erarbeitet“. Dass nun alle Steuerzahler_innen für Hamburgs Stadtentwicklung de luxe zahlen sollen, wird wohl den Menschen in strukturschwachen und chronisch unterfinanzierten Regionen Deutschlands, in denen kommunale Schwimmbäder reihenweise schließen müssen, nicht zu vermitteln sein. Hamburg baut, der Bund blecht – das scheint jedenfalls so nicht aufzugehen.

Auf der Ausgabenseite hat sich der Senat wichtige Bereiche klein gerechnet, wie den Sicherheits- oder Kulturetat. Die enorm hohen Verlagerungskosten der Hafenbetriebe sind allenfalls Kostenschätzungen, weil die Verhandlungen längst noch nicht abgeschlossen sind und schon jetzt erste Firmen Nachschlag fordern. Auf der Einnahmeseite hingegen kennt der Senat vor allem eine Währung: die Privatisierung von öffentlichen Grundstücken und hohe Pacht- und Mieteinnahmen bis weit nach den Spielen, die die Hafenfirmen zahlen sollen. Kein Wunder, dass diese die Finanzplanung des Senats als unsolide gebrandmarkt haben.

Auch aus anderen Branchen und Bereichen melden sich vermehrt Olympia-Kritiker_innen zu Wort. Der Umweltverband BUND nimmt das Nachhaltigkeitskonzept der Spiele auseinander und kommt zu dem Schluss, dass außer Absichtserklärungen nichts ambitioniert sei und empfiehlt, beim Referendum mit NEIN zu stimmen. Vor einer Woche haben sich über 20 Professor/innen und Wissenschaftler/innen in einem Positionspapier kritisch zu Hamburgs Olympiaplanungen geäußert und fordern den Senat auf, vor dem Referendum eine „Offenlegung der Risiken, die mit diesem Megasportevent in Kooperation mit dem internationalen olympischen Komitee (IOC) verbunden sind“ vorzunehmen. Viele der unterschreibenden Profs kommen aus der Hamburger Architektur- und Stadtplanung, der Soziologie und der Geografie.

Der rot-grüne Senat lässt sich von all dem nicht in seinem windigen Olympialauf stoppen. Augen zu und durch, lautet die Devise. Lasst uns ihn also gemeinsam ausbremsen: beim Referendum am 29. November 2015!

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